Herzprojekt.

Eine Popup-Ausstellung mit Fotografien von Vivi D'Angelo & Dinner von Nose-To-Tail-Koch Vincent Fricke - kuratiert von der galerie für zeitgenössische Kunst Kunsthandel Anne Uhrlandt.

10 Fotografien | 4 Kunst-Essen

Ausstellungsdauer: SA | 28.10.2017 – MO | 20.11.2017

Ausstellungsort: MMA | Galerie 2 | Katharina-von-Bora-Strasse 8 a, 80333 München

Kuratiert von der Galerie für zeitgenössische Kunst Kunsthandel Anne Uhrlandt 

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Rahmenprogramm:

Opening reception: Sa | 28.10.2017 13.00-17.00 h    

Popup-Dinner mit Vincent Fricke:   Mo | 30.10.2017 18.00 h  *  Mo | 06.11.2017 18.00 h   *  Mo | 20.11.2017 18.00 h

 

Die Bilder:

Ein paar Impressionen von unseren Dinnerabenden:

Über das Projekt:

Vivi D'Angelo und Vincent Fricke arbeiten bereits seit längerem zusammen an Foodart-Projekten. Vincent Fricke kocht, Vivi D'Angelo inszeniert und fotografiert. Eine geniale Kombination – unterwegs in einem sehr speziellen Bereich der Foodart: das, was kaum jemand wert schätzt, wird wichtig: Essensreste, Innereien, Teile von Tieren, denen niemand mehr Beachtung schenkt in der aktuellen Küche.  Unsere Omas wussten noch, wie man ein ganzes Tier verwertet und eine Schlachtung war ein wirkliches Fest. Endlich viel zu essen! Da war es ganz normal, möglichst jedes Stück vom Tier zu verwenden, haltbar zu machen oder eben zu verwursten.  Und wir? Heute? Schnell ein Steak, möglichst „Bio“, damit wir kein so schlechtes Gewissen haben, oder doch den Hirsch aus Neuseeland im Sonderangebot? Einmal um die Welt gereist zu Dumpingpreisen im Discounter – ganz normal heute. Und bitte ohne Blut, so wenig wie möglich noch als Tier zu identifizieren, sauber verpackt in Plastik aus dem Frischeregal. Vivi und Vincent tun mit ihren Projekten etwas gegen den Fleischkonsum und gleichzeitig etwas dafür. Bewusster Umgang mit Lebensmitteln, mit dem Tier, das „hinter“ dem Stück Fleisch „steckt“.  Zumindest rütteln sie uns wach. Hinschauen, ganz genau hin schauen. Auch wenn es uns nicht gefällt, was wir sehen. Essen, wenigstens probieren! Nicht einfach „iiih – Hirn – ess‘ ich nicht…“ - kein leichter Ansatz und daher umso wichtiger. Die Medien geben ihnen Recht. Der BR hat in einer Reportage über Vincents #nosetotail Kochkunst berichtet (Bayerischer Rundfunk, „Heimatrauschen: Fleischeslust von Kopf bis Huf“ 2.12.2016), die SZ widmete beiden eine ganze Seite (Süddeutsche Zeitung, 13.1.2017)! Und jetzt stehen Vivis Fotografien im Mittelpunkt einer neuen Kooperation – ein Ausstellungs- & Kunstprojekt - diesmal mit Kunsthandel Anne Uhrlandt zusammen.  Zehn Fotografien, jede einzelne ein durchkomponiertes Kunstwerk wie wir es aus der Kunstgeschichte schon von den niederländischen Stillleben des 17. & 18. Jahrhunderts kennen – modern umgesetzt. Edle Marmorplatten, feines Geschirr, dezent und in dunklen Farben gehaltene Arrangements, bieten den Hauptakteuren die große Bühne: INNEREIEN oder kaum beachtete Teile von Tieren. Ein Herz, größer als eine menschliche Hand. Ein Fuß in all seiner Armseligkeit aufwendig präsentiert, dampfend. Das irritiert. Das rührt an. Zeitgenössischer Kontext hält durch Details Einzug: ein tätowierter Frauenarm präsentiert etwas, ein Bein in Netzstrumpfhose und Lack-high heels steht im Bild. Sehr liebevoll hat die Künstlerin sich dem Thema genähert und Ergebnisse geschaffen, die nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern wirklich etwas bewegen: uns. Die Ausstellung wird begleitet von vier gesetzten Essen. Vincent Fricke lässt sich von den Kunstwerken inspirieren und verwendet die dargestellten Teile in seinen Gerichten.

Text: Kunsthandel Anne Uhrlandt

Über uns:

VIVI D'ANGELO - Essen zu fotografieren, darauf ist Vivi D'Angelo seit einigen Jahren spezialisiert und das sehr erfolgreich. Ihre Bilder sind in den Top-Magazinen der Branche (Der Feinschmecker, Effilée, Slowfood) zu sehen sowie in zahlreichen Kochbüchern veröffentlicht. Sie lehrt Foodfotografie in Workshops und berät hochklassige Firmen, wie sie sich in diesem Bereich professionalisieren können. Ein facettenreiches Angebot bietet sie außerdem mit ihren Food-Talks und „Blaues-Wunder“-Veranstaltungen, in denen Experten ihr Wissen zum Thema Essen & Trinken präsentieren und die Teilnehmer*innen direkt daran teilhaben dürfen. Als Künstlerin hat sie sich der Nachhaltigkeit & Vergänglichkeit des Themas Essen verschrieben. Was kann man gegen unsere Wegwerf-Mentalität unternehmen? Reste-Verwertung! Woher kommt das Fleisch, das so viele von uns fast täglich essen? Sie sieht ganz genau hin, verschließt nicht den Blick vor dem, was in unserer modernen Gesellschaft niemand sehen & wissen möchte. Was genau passiert bei einer Schlachtung? Und wie wird eigentlich Blutwurst hergestellt? Furchtlos, neugierig, nachhaltig, sehr liebevoll und mit viel Respekt vor Mensch und Tier wählt sie ihre Themen.  Im Mai 2017 wurden ihre Arbeiten aus der Reihe „Herzprojekte“ auf dem FoodPhotoFestival in Vejle, Dänemark gezeigt, der Ritterschlag für jeden Foodfotografen. 

 

VINCENT FRICKE - Der passionierte Koch lernte und verfeinerte sein Handwerk in einigen namhaften Küchen, bevor er seinen eigenen Supper Club „Sonntagsbraten“ gründete und sich mit Caterings, Beratung und Veranstaltungen selbstständig machte. Bei einem seiner Lieblingsprojekte „Kochen mit Zukunft…!“ e.V. führte er zwei Jahre lang  Grundschulkinder einer Ganztagsschule in Hasenbergl an die Themen Kochen und gesunde Ernährung heran. Seit Januar 2016 ist Vincents Kochbuch ‚sonntagsbraten – Gedanken und Rezepte einer Idee’ am Start, um seine Ernährungsphilosophie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die Eckpfeiler seiner Küchenidee sind Geradlinigkeit, „From Farm to Fork“ und „From Nose to Tail“. Nachhaltigkeit im Umgang mit Lebensmitteln, biologische Herkunft und Verantwortungsbewusstsein mit Nahrungsmitteln u.v.a. Tieren, die später als Lebensmittel verwendet werden, prägen sein Tun.  Sein jüngstes Projekt „Watch that Beef!“ begleitet ein Rind von der Geburt (natürlich auf einem Biohof mit guten Bedingungen für das Tier) bis zu seinem Ende auf dem Teller. Mit seinen Pop-Up-Dinners hat sich Vincent Fricke in München nicht nur einen Namen gemacht sondern auch eine Fan-Gemeinde aufgebaut. An ausgewählten Orten (z.B. Kantine Kiosk in der Akademie der Bildenden Künste) lädt der Koch zu außergewöhnlichen Ess-Erlebnissen. Wählen darf der Gast kaum – eine festgelegte Reihenfolge an feinen Gerichten, die ganz der Philosophie #fromnosetotail entsprechen, verwöhnt die Teilnehmer*innen und stellt fast vergessene Gerichte wieder vor, nach allen Regeln der hohen Kochkunst zubereitet und mit ganz viel Herz & Verstand. 

https://vincentfricke.com 

 

KUNSTHANDEL ANNE UHRLANDT - Die junge Münchner Galerie für zeitgenössische Kunst, Kunsthandel Anne Uhrlandt (gegründet 2014), begleitet das Ausstellungsprojekt kuratorisch und organisatorisch. Die wahrscheinlich kleinste Galerie im Herzen der Maxvorstadt stellt seit drei Jahren im Rahmen von Messen, Ausstellungsprojekten und Kooperationen zeitgenössische Positionen vor. Eine möglichst breite künstlerische Vielfalt sowie eine authentische Vermittlung der Kunstwerke & Künstler*innen bestimmen die Arbeit der Kunsthistorikerin Anne Uhrlandt. Interdisziplinär dürfen die einzelnen Kunstgattungen wieder zueinander finden, z.B. Kochkunst & Skulptur, Malerei & Tanz. Enge persönliche Kontakte zu den Künstler*innen und die Überzeugung von der Qualität ihrer Arbeiten sind Basis für alle Projekte, denn nur so kann mit Begeisterung gearbeitet und eben diese Begeisterung weitergegeben werden.  

http://www.kunsthandel-uhrlandt.com

 

Vorschau: